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Alter Siegensdorfer Oster-Brauch wird wieder aufgenommen

Im Dorf Siegensdorf gibt es einen uralten Osterbrauch. Das „Oa belln“, auf deutsch Eier betteln geht nach Erzählungen bis in die Nachkriegszeit zurück. Dabei trafen sich die Kinder des Dorfes jedes Jahr am Karfreitag um die Mittagszeit an der Goldbachbrücke, um gemeinsam von Haus zu Haus zu ziehen. Beginnend bei der Familie Englbrecht fragen die Kinder vor jeder Haustür, ob der Giggerl schon gelegt hat. Wenn sich daraufhin die Haustüren öffneten, griffen die Kinder voller Freude zu um Ostereier oder auch kleine Süßigkeiten in ihr Körbchen zu legen. Für viele Siegensdorfer Kinder war das der Höhepunkt des Osterfestes. Durch Corona musste diese Tradition jetzt aber 2 Jahre ausfallen. Damit der Brauch nicht in Vergessenheit gerät, hat Martin Schweiberger von den Jennerweinschützen Siegensdorf jetzt die Initiative ergriffen und für dieses Jahr den Brauch aufleben lassen. „Viele Kinder werden dieses Jahr das erste Mal dabei sein bzw. sich an das letzte Oa belln gar nicht mehr erinnern können. Gerade für uns als Dorf ist es wichtig, solche Traditionen unseren Kindern weiter zu geben“, erklärte der 1. Vorstand Martin Schweiberger. Die Kinder treffen sich am Freitag um 12:15 Uhr an der Goldbachbrücke und ziehen dann wie früher von Haus zu Haus.

Weiter geht es in Siegensdorf dann am Karsamstag, wo die Jennerweinschützen Siegensdorf um 18 Uhr zum Osterschießen einladen. Hierbei können auch nicht geübte Schützen teilnehmen, da lediglich 5 Schuss auf eine Glücksscheibe geschossen werden. Hierbei steht nicht die Schießleistung, sondern vielmehr das gesellschaftliche Zusammenkommen im Vordergrund.